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Kaufmich.com
  • guten morgen allerseits...


    ich bin jetzt mal so dreist und erstelle einen neuen thread, da ich zu diesem thema hier nichts dergleichen gefunden habe. falls ich aber etwas übersehen haben sollte, wäre ich den mods sehr dankbar, wenn sie meinen betrag dementsprechend verschieben ;)


    nun, wo soll ich anfangen? ich denke, dass sich generell viel zum thema gesundheit sagen, besprechen und diskutieren lässt. und dies fern von gesundheitlichen aspekten in bezug auf unsere sexualität. in meinem fall ist es aktuell so, dass ich mich aufgrund meiner krankheit seit einer woche in reha befinde. ich habe mich vor vier wochen selbst für einen qualifizierten entzug in der uniklinik eingewiesen. mein alkoholabusus nahm immer unkontrolliertere ausmasse an und ich habe gemerkt, dass ich dringend etwas ändern muss in meinem leben, da ich sonst alles darin und es als solches verlieren werde...

    wenn ich zurück blicke, so habe ich die hälfte meines lebens "gesoffen" und vergeblich versucht, mein wesen, meine persönlichkeit und meine sorgen/ängste mit alkohol zu ertränken. leider verhalten sich diese wie wasserleichen und kommen irgendwann wieder auf der oberfläche zum vorschein. daher war mein erster schritt zur abstinenz notwendig, richtig und vor allem ungeheuerlich wichtig. ich lerne das leben und vor allem mich teilweise wieder und manchmal auch komplett neu kennen. es ist ein gutes gefühl. mein kopf wurde klarer, mein körper fühlt sich besser. dennoch weiss ich, dass ich noch einen weiten weg zu gehen habe und dieser nicht nur geebnet und wegsam sein wird. eine suchterkrankung begleitet einen ein ganzes leben lang. aber ich bin sehr zuversichtlich, dass ich diese aufgabe meistern werde.

    gibt es hier denn leute, die diese erfahrungen auch schon gemacht haben oder sich ebenfalls noch darin befinden? falls ja, wie geht ihr damit um, respektive seid ihr damit umgegangen? wie war/ist euer weg? gerne würde ich von euch hören, respektive lesen, wenn ihr etwas zu diesem thema beizutragen habt.


    lg


    andré

  • Zum Thema direkt kann ich zwar nichts beitragen, aber ich finde es bemerkenswert mutig von dir, damit hier so offen aufzutreten.

    Dafür meine Hochachtung!!

    Ich bin mir auch sicher, dass dieser Weg in die Öffentlichkeit ein wichtiger Schritt bei der Bewältigung deiner Sucht ist.

    Leider ist es gerade bei Alkohol so, dass man ständig damit konfrontirert wird und Alkohol gesellschaftsfähig ist.....sei es bei einer Firmenfeier, einem Geburtstag, dem berühmten "Feierabend Bierchen" und der für einen trockenen Alkoholiker genauso gefährlichen Rotweinsoße oder dem Nachtisch mit Rum.

    Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft und Erfolg und was vielleicht noch viel besser ist......

    .............ein geiles, freies, neues Leben, in dem nur du bestimmst, was du machst!

  • Ich habe auch täglich eine Flasche Rotwein getrunken, in Asien dann Gin Tonic. Nicht wirklich besoffen, ich habe auch nur Abends getrunken, zum Essen oder danach. Und viel geraucht. Eine Bauchspeicheldrüsenentzündung habe ich nicht wirklich ernst genommen, bzw. nicht auf Alkohol bezogen, sondern auf erbliche Veranlagung. Mit 60 wurde plötzlich mein Sehvermögen sehr beeinflußt. Der Arzt meine nur, " Sie nehmen in großen Mengen zwei toxische Gifte zu sich, wenn Sie nicht wenigstens ein Gift rigoros lassen und das andere reduzieren, sind sie bald blind." Die Angst blind ( blind werden nachdem man bisher gesehen hat ist anders als von Geburt an) zu werden hat mich in Panik versetzt. Ich habe von einem Tag auf den Anderen Alkohol gelassen und meinen Zigarettenkonsum fast halbiert.

    Ehrlich gesagt ich vermisse Alkohol als Droge überhaupt nicht, habe auch nicht die kleinste Sehnsucht danach, einzig ist bei nichtalkoholischen Getränken die Auswahl eingeschränkt, insbesondere wenn man ( mittlerweile) keinen Zucker zu sich nehmen sollte. Ich trinke jetzt in rauhen Mengen grünen Tee mit Limette. Wenn ich einmal im Jahr Pilze esse oder mal BologneseSauce mache, kommt dann Weiß- bzw. Rotwein rein, der aber verkocht wird. Das mache ich aber auch nur, weil ich keine Sehnsucht verspüre. Bei mir steht dann eine geöffnete Weinflasche ein paar Monate rum, bis ich sie wegschmeiße oder ein Besuch sie trinkt.


    Ich weiß, ohne so eine äußere Bedrohung würde ich wahrscheinlich immer noch Alkohol trinken. Jeder muss individuell sich ein eigenes Szenario ausmalen, was der Vorteil ist, wenn man das Trinken lässt. Sei es Körpergewicht und Bauch, sei es Familienfriede , der deutlich gestört ist. Und wenn man Alkohol trinkt, weil man etwas verdrängen will, dann muss/sollte man eine Therapie machen oder den Störgrund beseitigen ( Chef, Arbeit, Frau, Mann, sonstiger Frust, Minderwertigkeitsprobleme etc. .......).


    Ich wünsche Dir ein schnelle Heilung und einen schönen Ausgleich.


    P.S.: Ich habe mal per Zufall folgendes rausgefunden: Ich spiele seit Jahren mit Flugsimulatoren und beherrsche das mittlerweile recht gut. Eine Herausforderung ist es, auf einem fahrenden Flugzeugträger zu landen, der zudem eine schräg zur Fahrtrichtung verlaufende Landebahn hat. Nüchtern war es mit voller Konzentration recht gut möglich dort zu landen. Von 10 Versuchen klappten 9. Nach einem Glas Rotwein konnte ich nur noch 5-6 erfolgreiche Landungen von 10 erreichen. Nach einem zweiten Glas war nur noch ein bis zwei Landungen von 10 erfolgreich. Die Beeinträchtigung beim Autofahren mag man als unerheblich einstufen, weil man viel gewohnheitsmäßige Abläufe hat, aber nur irgendeine massive Störung und man reagiert verzögert oder falsch, wenn man Alkohol intus hat. Man reagiert auch bei Partnern oder in der Firma anders und meist aggressiver, weil ungehemmter. Das ist eine schwere Belastung für die Familie, insbesondere die Kinder. Der Verlust einer Familie oder der Kontaktverlust zu den Kindern gehört zum Schlimmsten, was es gibt. Ich habe das leider wegen Umgangsverweigerung der Ex erfahren müssen ( nein, kein Alkohol im Spiel), ich leide noch jetzt entsetzlich darunter.