Interessante und natürlich sehr tragische Geschichte! Der dazu gehörige Text:
Tod durch unausgeschiedenen Stuhl 6,7kg ⚠️
Bei diesem Fall handelt es sich um einen 66 jährigen Mann mit einer bekannten psychiatrischen Vorerkrankung sowie einer seit längerem bestehenden schweren Verstopfung.
In den Wochen vor dem Tod war es zu keiner ausreichenden Darmentleerung mehr gekommen.
Hinweise auf ein akutes Trauma oder eine andere plötzlich einsetzende Erkrankung lagen nicht vor.
Im Rahmen der rechtsmedizinischen Untersuchung zeigte sich ein massiv überdehnter Dickdarm, der eine außergewöhnlich große Menge an weichem Stuhl enthielt, (6,7kg).
Durch diese extreme Stuhlansammlung kam es zu einem erheblichen Druckanstieg im Bauchraum.
Dieser erhöhte intraabdominelle Druck verdrängte das Zwerchfell deutlich nach oben, wodurch die Lungen mechanisch komprimiert wurden und sich nicht mehr ausreichend entfalten konnten.
In der Folge entwickelte sich eine schwere Beeinträchtigung der Atmung. Zusätzlich ist davon auszugehen, dass die ausgeprägte Druckbelastung auch den Kreislauf destabilisiert hat.
Der Verstorbene starb letztlich an einem Atem und Kreislaufversagen infolge einer extremen, unbehandelten Obstipation mit massiver Dickdarmerweiterung und konsekutiver Zwerchfellhochstandbedingter Lungenkompression.
Dass es überhaupt zu einer so extremen Stuhlansammlung kommen kann, lässt sich durch mehrere Faktoren erklären.
Eine chronische Verstopfung entsteht häufig nicht plötzlich, sondern entwickelt sich über Monate oder Jahre.
Ursachen können eine verlangsamte Darmbewegung, Bewegungsmangel, geringe Flüssigkeitszufuhr, ballaststoffarme Ernährung oder die regelmäßige Einnahme bestimmter Medikamente sein, darunter Schmerzmittel, Psychopharmaka oder Beruhigungsmittel.
Besonders bei Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen kann zusätzlich eine verminderte Wahrnehmung von Körperwarnsignalen oder eine eingeschränkte Selbstfürsorge eine Rolle spielen.
Der Darm passt sich dabei also schrittweise an die zunehmende Dehnung an, sodass der Stuhldrang immer schwächer wird und lange Zeit ausbleiben kann.
In schweren Fällen, wie diesem, wird die Stuhlansammlung nicht mehr als akutes Problem wahrgenommen, bis es zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommt.