Keine Waffen ins Volk?

  • „Ach nee, der schon wieder! Was glaubt er uns denn jetzt schon wieder für einen Scheiß mitteilen zu müssen? Das interessiert doch ohnehin keine Sau! Und ist wahrscheinlich schon wieder entsetzlich lang und so kompliziert geschrieben, dass es niemand versteht!“


    Stimmt!


    Daher an dieser Stelle einen Tipp fürs Leben:


    Weiterklicken!


    Und zwar jetzt!


    Husch husch! Ich meinte jetzt und sofort! Also erst gar nicht weiterlesen! Das bringt doch nix.




    Wie, immer noch da?


    Ok, aber ab jetzt geht es auf eigene Verantwortung weiter!!


    Keine Waffen ins Volk?


    Ich rede jetzt hier natürlich von WBK- pflichtigen Waffen, die legal – will heißen, mit behördlicher Genehmigung – erworben werden können. Ich rede also von Sportschützen und Jägern und denen, die vorhaben, so etwas zu werden. Abgesehen davon gibt es natürlich noch Menschen, die aus beruflichen Gründen Waffen tragen, bzw. besitzen: Personenschützer, Geld- und Werttransporteure, bewaffnete Objektschützer (z.B. Kasernenbewachung), Waffenhändler, aber auch Waffensachverständige, die oft auch für Behörden tätig sind.


    „Waffen sind gefährlich und gehören daher nicht in private Hand!“


    So etwas hört man sehr häufig. Wie aber so oft, wird hier eine Meinung, ein Bauchgefühl wiedergegeben oder unreflektiert nachgeplappert, bar jeglichen Sachverstandes oder jeglicher Sachkenntnis. Nur eine kurze Analogie: Messer sind auch gefährlich! Es kommen in Deutschland derzeit viel mehr Menschen durch Messer zu Tode, als durch Schusswaffen! (Woran das liegt? Nein, das werde ich jetzt an dieser Stelle garantiert nicht ansprechen!) Fazit: Lasst und alle Messer verbieten! Und wo wir gerade dabei sind: Wir hatten im letzten Jahr eine erhebliche Steigerung der Verkehrstoten, also Menschen, die durch das Auto ums Leben gekommen sind. Das Auto ist also eine deutlich effizientere und damit tödlichere Waffe, als ein z.B. Revolver! Also lasst uns doch gleich auch alle Autos verbieten! Merkst Du was? Da fehlt es doch irgendwie an Logik, oder?


    „Ja, das kann man so nicht miteinander vergleichen!“


    Nein? Warum denn nicht? Wo ist da der Unterschied, ob ich durch ein 9mm Projektil oder einen 7,5 Tonnen LKW ums Leben komme? Wo ist da der qualitative Unterschied, der uns Schusswaffen verdammen lässt, Messer (durch die derzeit wie gesagt erheblich mehr Menschen durch wen auch immer ums Leben kommen!) aber nicht?


    Es gibt keinen Unterschied!


    Es ist nur die diffuse Angst, die von allen Dingen ausgeht, mit denen wir nicht täglich Umgang haben! eine natürliche Scheu, eine Art Arachnophobie, die uns ja bekannterweise vor Spinnen Angst haben lässt, obwohl von den in Deutschland vorkommenden Spinnen überhaupt keine Gefahr ausgeht! Nicht einmal die Nosferatu- Spinne oder eine entlaufene Vogelspinne können uns gefährlich werden!


    Ich will jetzt an dieser Stelle nicht politisieren, aber es gibt eine Partei in Deutschland, die äußerst gerne mit Verboten arbeitet, ja quasi ihren Lebenssinn und -zweck darin sieht und die sich zum Ziel gesetzt hat, alles zu verbieten, was sie (die Parteimitglieder) nicht verstehen, oder wovor sie Angst haben. Das bringt uns aber keinen Schritt weiter, weil bei solchen schwachsinnigen Aktionen und Forderungen nur die Waffenbesitzer betroffen sind, die gesetzestreue Bürger sind und alle 5 Jahre durch sämtliche Rechner der BRD gehen, ob sie wollen oder nicht. Keineswegs aber schaffe ich mit verschärften Waffengesetzen die illegalen Waffen aus dem Volk, mit denen dann auch tatsächlich oft Straftaten begangen werden! Nur das begreifen diese politisch Hirnamputierten einfach nicht! Ich weiß es auch nicht, aber vielleicht liegt es ja auch daran, dass man offenbar Politiker werden kann, ohne auch nur einen Beruf gelernt zu haben oder doch wenigstens von dem Thema, was man vertritt, ein wenig Ahnung zu haben. Ich habe da eher den Eindruck, dass es als schädlich empfunden wird, von einem Thema auch noch Ahnung zu haben, weil sich dann nicht so locker und sinnbefreit daher plappern lässt, wie es viele unserer Gewählten nahezu perfekt beherrschen. Wenn ich dann so machen Gesprächsrunden verfolge, denke ich mir immer: Mein Gott! So etwas lebt- und Schiller und Einstein mussten sterben! Warum nur?


    Sind Waffen überhaupt ein relevantes Thema?


    Kaum jemand interessiert sich für das Thema Schusswaffen, außer natürlich den „Waffennarren“. Und – wie heute normal und üblich – findest Du niemanden, der sich nicht dazu berufen fühlt, seine mehr oder weniger von Sachverstand geprägte Meinung kundtun zu müssen. Fakten interessieren da in der Regel nicht, weil ja jeder bereits eine Meinung hat, die er wie eine wildgewordene Furie dann auch verteidigt, als würde er um das Leben seines Kindes kämpfen. Ich staune da immer wieder: Wenn diese Menschen die gleiche Energie und Vehemenz auch in anderen Bereichen des täglichen Lebens zeigen würden, hätten wir eine vermutlich unerträglich problemlose und ekelerregend friedliche Welt.


    Mir ist schon klar, dass man in der heutigen Zeit schon sehr aufpassen muss, wem man etwas zum Thema Schusswaffen von sich geben will! Ehe man sich versieht, ist man plötzlich als verrückter, emotionsloser Waffennarr verschrien. Und die Empörung ist dann riesig:


    Ja wie kann man denn so einem Menschen überhaupt Waffen anvertrauen! Und überhaupt! Waffen gehören verboten! Und solche Leute gehören ins Gefängnis! Und sowas schießt dann auch noch arme Bambis tot! Das gehört verboten! Warum kümmert sich denn da keiner drum! Sauerei! Waffengeile Mörder! Auf den Scheiterhaufen mit denen! Nehmt euch gefälligst ein Beispiel an uns: Wir lehnen Gewalt völlig ab! (Außer, wenn z.B. eine jagdliche Einrichtung, ein Hochsitz etc. so manipuliert wird, dass der Jäger sich beim Absturz am besten das Genick bricht. Das ist dann natürlich in Ordnung! Geschieht ihm ja dann auch völlig zu Recht! Äh- wessen Recht eigentlich??)


    Fakt ist jedenfalls, dass viele Menschen, die zu dem Thema eine „klare Meinung“ haben, weder den Unterschied zwischen einem Revolver und einer Pistole kennen, noch wissen, wozu man eine WBK (Waffenbesitzkarte) oder einen Waffenschein braucht. Übrigens kann man auch sehr gut nachvollziehen, wie gut die Presse recherchiert, da hier auch immer wieder die gleichen Begriffsverwirrungen vorhanden sind.


    Wie soll man also als Betroffener (Jäger oder Sportschütze) mit solchen Pseudoargumenten umgehen? Ich sage da nur ein Wort: Fakten! Und zwar jederzeit nachprüfbare Fakten!


    Auch die härtesten Waffengesetze werden und können es nicht verhindern, dass man sich durch die offenen Grenzen mit dem Gewünschten versorgen kann. Wer trotzdem glaubt, es wäre in Deutschland einfach, an eine legale (!) Schusswaffe zu kommen, dem möchte ich nun einmal schildern, wie dieser Weg zum z.B. Sportschützen in Deutschland aussieht.


    Erste Barriere für den Waffenerwerb ist das Waffengesetz:


    Wir haben eines der schärfsten Waffengesetze der Welt! Umgang mit Waffen darf man bei uns in Deutschland erst mit 18 Jahren haben; was ja auch gut und völlig richtig ist. Selbst mit Luftdruckwaffen darf man bei uns erst ab 12 Jahren trainieren und schließen, mit Einverständnis der Eltern, einem Jugendbetreuer der mindestens die Jugendbasislizenz haben muss und einer anerkannten Schießaufsicht auf einem anerkannten und zugelassenen Schießstand. Schließlich kann man mit einer Luftpistole einem Menschen irreparabel ein Auge ausschießen.


    Ab 21 Jahren darf man bei uns dann mit großkalibrigen Waffen, z.B. 9mm Para, schießen, vorausgesetzt, man kann eine MPU (Medizinisch- Psychologische Untersuchung) nachweisen. Also quasi, dass man noch alle Tassen im Schrank hat, kein Psychopath und auch nicht suizidgefährdet ist. Und erst ab 25 Jahren darf man bei uns – bei Vorliegen aller sonst noch notwendigen Voraussetzungen – auch ohne MPU großkalibrige Waffen kaufen. Und nein, das bedeutet nicht, dass ich dann in jedes Geschäft gehen, und mir das kaufen kann, was ich gerne haben möchte!


    Die Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, sind nicht ohne! Schauen wir einmal…


    Zunächst einmal muss bei Dir die Zuverlässigkeit gegeben sein: (Hier nur Auszüge!)

    • Du darfst natürlich kein Verbrechen (also eine Straftat, die im Mindestmaß mit einer Strafandrohung von einem Jahr oder darüber bedroht ist), begangen haben.
    • Du darfst nicht wegen eines Vergehens (also einer geringeren Straftat, die im Mindestmaß mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe unter einem Jahr bedroht ist) zu 60 Tagessätzen oder 2x hintereinander zu geringeren Tagessätzen verurteilt worden sein.
    • Du darfst nicht verurteilt worden sein wegen eines Vergehens gegen das Bundesjagdgesetz, das Waffengesetz, das Kriegswaffenkontrollgesetz oder das Sprengstoffgesetz.
    • Du darfst in den letzten 5 Jahren keine verfassungsschädlichen Aktivitäten entfaltet haben kein Gedankengut gegen die Völkerverständigung und gegen das friedliche Zusammenleben der Völker entfaltet haben.
    • Du darfst nicht durch Anwendung oder Vorbereitung von Gewalt auswärtige Belange der BRD gefährdet haben, oder Mitglied einer Vereinigung sein, die diese durch subversive Bestrebungen unterstützt oder verfolgt.
    • usw.

    Dann musst Du geeignet sein (auch hier nur auszugsweise:(

    • Du darfst nicht abhängig sein von Alkohol oder anderen Drogen.
    • Du musst psychisch wie physisch gesund sein, es darf also auch keine Gefahr der Selbstgefährdung gegeben sein.

    Und Du musst sachkundig sein:

    • Du musst in einer Prüfung nachgewiesen haben, dass Du mit den waffentechnischen wie auch rechtlichen Grundlagen vertraut bist. Also einen entsprechenden Lehrgang besucht haben.
    • Beim örtlichen Amtsgericht, ob derzeit gerade irgendwelche Verfahren gegen Dich laufen.
    • Bei der für Deinen Wohnort zuständigen Polizeidienststelle, ob Du dort schon einmal irgendwie negativ auffällig geworden bist.
    • Beim LKA, ob irgendwelche Versagungsgründe gegen Dich vorliegen.
    • Beim BKA, ob Du dort in irgendeiner Weise schon einmal auffällig geworden bist.
    • Beim Bundeszentralregister in Berlin und beim Bundesministerium für Justiz in Bonn, ob irgendwelche negativen Erkenntnisse und/oder Gerichtsurteile gegen Dich vorliegen.
    • Beim Verfassungsschutz, ob Du möglicherweise schon einmal negativ aufgefallen bist, zum Beispiel als Reichsbürger.

    Aber dann! Dann kann es losgehen, oder? Nö!


    Jetzt musst Du erst einmal ein Bedürfnis nachweisen, dass Du unbedingt eine Schusswaffe benötigst! Das ist natürlich nur zutreffend bei Jägern, Sportschützen, gewerblichen Waffenträgern (Bodyguards) und Waffensammlern.


    Jäger setzt zunächst einmal voraus, dass Du den Jagdschein machen musst. Sollte jetzt jemand denken: Na ja, dann mache ich eben den Jagschein! Es heißt nicht von ungefähr, das grüne Abitur machen! Der Jagdschein kostet viel Zeit und Geld- und ganz nebenbei muss man auch noch eine irre Menge an Informationen aufnehmen und für die Prüfung dann idealerweise auch wieder abrufbar haben! Good luck!


    Als gewerblicher Waffenträger hast Du nie eine eigene Waffe, sondern läufst immer nur mit der Dienstwaffe herum, die dann auch noch auf die Waffenbesitzkarte und den Waffenschein des Gewerbetreiben eingetragen ist. Also wieder nichts.


    Und Waffensammler? Ich möchte einfach nur Waffen sammeln! Ok, dann musst Du Dich auf ein Spezialgebiet festlegen, z.B. alle Pistolen der Marke Walther. Das Dumme daran: JEDES Sammelgebiet von Waffen endet automatisch 1945! Also all die wunderschönen, modernen Waffen, die in den letzten Jahrzehnten auf den Markt gekommen sind, dürfen überhaupt nicht gesammelt werden! Nächster Wermutstropfen: Du musst auf Deinem Sammelgebiet eine anerkannte Koryphäe sein, mit anderen Worten: Du musst schon einmal einen entsprechenden Fachartikel in einem anerkannten Magazin (Visier, Deutsches Waffenmagazin, usw.) veröffentlicht haben. Man könnte auch sagen: Du musst über Dein Sammelgebiet tatsächlich ALLES wissen! Das prüft übrigens die Behörde… Und letzter Wermutstropfen: Wenn Du es bis hierhin geschafft hast, bekommst Du die sogenannte rote WBK (Waffenbesitzkarte der Sammler). Du bekommst aber nie die Munitionserwerbserlaubnis, da Du als Waffensammler nicht mit den Waffen schießen darfst! Du bist eben Sammler- und nicht Sportschütze… Zu allem Überfluss MUSST Du nun auch regelmäßig die zu Deinem Sammelgebiet gehörenden Waffen kaufen, da Du sonst die Erlaubnis wieder abgenommen bekommst. Dazu solltest Du aber auch wissen, dass einige Sammelgebiete Waffen umfassen, die im fünfstelligen Bereich gehandelt werden! Und ja, Du MUSST diese Waffen mittelfristig erwerben, weil Du sonst wieder die Erlaubnis aberkannt bekommst. Selbst als Waffenfan ist dies für mich z.B. alles völlig uninteressant.


    Bleibt also der Sportschütze. Gut, dann gehe ich eben in einen Schützenverein und dann kann ich mir endlich meine Knarre kaufen, oder? Nö!


    Jeder Schießsportverein ist in einem Dachverband organisiert: Zum Beispiel im BDMP, Bundesverband Deutscher Militär- und Polizeischützen, dem Bund Deutscher Schützen und dem Deutschen Schützenbund. Und diese Verbände schreiben einheitlich und genau vor, wann ein Sportschütze ein Bedürfnis für eine eigene Waffe hat: Und da gibt es nur einen Grund: Zur schießsportlichen Leistungssteigerung! Aber der Reihe nach:


    Als frisches Mitglied darfst Du nicht nur, Du MUSST an den wöchentlichen Schießübungen teilnehmen! Urlaubszeit, Krankheit und berufsbedingte Abwesenheiten sind natürlich ok. Somit ändert sich das Leben an einem Tag in der Woche von Grund auf.


    Wenn Du jetzt denkst, dafür schieße ich dann mit tollen, großkalibrigen Waffen: Nö!


    In jedem Verein fängst Du mit der Luftpistole an. Und hier musst Du zunächst einmal ein paar Auszeichnungen erreichen, wobei pro Woche nur EIN Versuch möglich ist: Hast Du den Versuch versäbelt, musst Du es nächste Woche wieder versuchen! Und was muss erreicht werden?


    5x die kleine Bronze (5 Schüsse aus 10 Metern, wobei Du im Durchschnitt den ersten schwarzen Ring, die 7 erreichen musst). Hast Du 4x die 7 und einmal die 6: Pech! Nächste Woche neuer Versuch! Also wenn Du sehr gut in Luftpistole bist, brauchst Du nur 5 Wochen für diese Auszeichnungen.


    Dann kommt einmal die große Bronze (15 Schüsse aus 10 Metern, mit den gleichen, weiteren Anforderungen wie gerade genannt). Hast Du nur 104 statt 105 erreicht: Nächste Woche neuer Versuch!


    Danach schießt Du 5x die kleine Silber (5 Schüsse aus 10 Metern, wobei Du im Durchschnitt jetzt den ZWEITEN schwarzen Ring, also bereits die 8 treffen musst!) Das schaffen die wenigsten innerhalb von 5 Wochen. Realistisch betrachtet ist jetzt das erste Quartal rum, bevor Du das geschafft hast.


    Dann schießt Du noch einmal die große Silber (15 Schüsse aus 10 Metern), wobei jeder Schuss mindestens in der 8 liegen muss.


    Nun darfst Du im Verein zum ersten Mal mit einer waffenbesitzkartenpflichtigen Waffe schießen! Aber eben nur mit Kleinkaliber. Und ob Du es glaubst oder nicht, jetzt geht das Ganze wieder von vorne los:


    5x die kleine Bronze

    1x die große Bronze

    5x die kleine Silber

    1x die große Silber


    Und erst jetzt bekommst die Befürwortung für eine Waffenbesitzkarte! Nein, natürlich nicht für eine großkalibrige Waffe, sondern für eine Kleinkaliberwaffe!


    Yeah! Aber jetzt bekomme ich die erste Waffe! Nö!


    Jetzt darfst Du bei Deinem Polizeipräsidium, Dezernat Waffenrecht, zum ersten Mal einen Antrag für eine Kleinkaliberwaffe abgeben! Was jetzt passiert, bekommst Du überhaupt nicht mit und es dauert u.U. mehrere Monate!


    Die Behörde holt sich nun Auskünfte über Dich ein

    • Beim örtlichen Amtsgericht, ob derzeit gerade irgendwelche Verfahren gegen Dich laufen.
    • Bei der für Deinen Wohnort zuständigen Polizeidienststelle, ob Du dort schon einmal irgendwie negativ auffällig geworden bist.
    • Beim LKA, ob irgendwelche Versagungsgründe gegen Dich vorliegen.
    • Beim BKA, ob Du dort in irgendeiner Weise schon einmal auffällig geworden bist.
    • Beim Bundeszentralregister in Berlin und beim Bundesministerium für Justiz in Bonn, ob irgendwelche negativen Erkenntnisse und/oder Gerichtsurteile gegen Dich vorliegen.
    • Beim Verfassungsschutz, ob Du möglicherweise schon einmal negativ aufgefallen bist, zum Beispiel als Reichsbürger.

    Erst wenn die alle einverstanden sind, bekommst Du nun Deine erste Waffenbesitzkarte, mit der Du dann auch die erste Kleinkaliberwaffe erwerben darfst! Zuvor musst Du aber noch nachweisen, dass Du die Waffe auch sachgemäß aufbewahren kannst, nämlich in einem mindestens 200 kg schweren Tresor der VdS- Klasse 0 oder I.


    Übrigens: Diese Abfragen bei den Bundesbehörden findet automatisch alle 5 Jahre statt! Was ja auch nicht verkehrt ist, denn schließlich kann man sich nach ein paar Jahren durchaus politisch umentscheiden um z.B. Reichsbürger zu werden. Und ja, ich bin davon überzeugt, dass solche Menschen wie auch noch viele andere, mit kruden Theorien und Meinungen nicht in den Besitz von Schusswaffen gelangen dürfen! Und ja, ich befürworte es außerordentlich, dass Zugereiste u.U. erst nach 5 bis 10 Jahren (bei Vorliegen aller sonst notwenigen Voraussetzungen) einen waffenrechtlichen Antrag stellen dürfen!


    Jetzt musst Du aber mit dieser Waffe regelmäßig trainieren und an allen Wettkämpfen teilnehmen. Also wie bei der Fluglizenz: Du musst fliegen, sonst nimmt man Dir den Schein wieder ab. Nur dann darfst Du beginnen, an den Auszeichnungen für eine Großkaliberwaffe zu schießen. Jetzt etwas „einfacher“: 1x die bronzene Auszeichnung und 1x die silberne Auszeichnung. Allein dafür benötigt ein guter Schütze mindestens 3 Monate! Schließlich wird jetzt auf 25 Metern geschossen.


    Wenn Du dies alles geschafft hast und nachweisen kannst, dass Du regelmäßig an allen Vereinsaktivitäten teilnimmst und bereits an Wettkämpfen mit Deiner Kleinkaliberwaffe geschossen hast, kannst Du nach frühestens einem halben Jahr erneut einen Antrag auf Erteilung einer waffenrechtlichen Erlaubnis stellen. Und ja, die ganze Schei… geht jetzt von vorne los, mit den Abfragen bei den Behörden!


    Also mit etwas Glück und viel Können, sowie regelmäßigen Übungen könnte man es innerhalb von 18 Monaten schaffen, tatsächlich eine 9mm- Pistole sein Eigen zu nennen.


    Also ich würde einmal sagen, wer nur eine Waffe haben will, hält dies alles höchstens ein halbes Jahr durch, dann gibt er auf. Es ist ohnehin viel einfacher, eine illegale Waffe in seinen Besitz zu bringen, als eine legale Schusswaffe! Meine Meinung: Mehr kann man da wirklich nicht tun, um den kleinen „Waffenhabenwill“ abzuschrecken!


    Soviel zunächst einmal um zu klären, wie einfach es tatsächlich ist, eine legale Schusswaffe in Deutschland zu bekommen.


    Kommen wir nun einmal zu den Fakten: Macht es Sinn, Waffen komplett zu verbieten?

    • Es gibt derzeit in Deutschland 5,83 Millionen legaler Schusswaffen. Im Vergleich: In den USA sind es geschätzt fast 300 Millionen.
    • Eine Million Deutsche haben eine waffenrechtliche Erlaubnis.
    • Man schätzt, dass es mehr als 20 Millionen illegaler Waffen in Deutschland gibt (!).
    • Die Theorie: Je weniger Waffen im Volk, desto weniger Tötungsdelikte ist nachweislich falsch!
    • Beispiel New York: Hat ein sehr restriktives Waffenrecht und trotzdem eine sehr hohe Mordrate.
    • Beispiel Vermont: Hat ein sehr liberales Waffenrecht, und trotzdem sehr geringe Mordraten. Vermont hat aber dreimal so viele Waffen im Volk! Zufall? Nö!
    • Beispiel Großbritannien: Dort hat man alle Schusswaffen verboten. Mit dem Effekt, dass in Großbritannien die Raubdelikte massiv ansteigen! Klar, früher musste ein Räuber damit rechnen, auf einen bewaffneten Eigentümer zu treffen. Heute hat er freie Bahn! Dies beweisen übrigens auch die geringen Raubdelikte in der Schweiz, weil jeder Schweizer Eidgenosse, also diejenigen, die ihren Wehrdienst abgeleistet haben, die komplette Ausrüstung vom Sturmgewehr bis zur Pistole zu Hause aufbewahrt und jeder Eindringling damit Gefahr läuft, in den Lauf einer Waffe zu blicken! Tja, irgendwie ist es halt dumm, und auch peinlich, wenn – egal ob grüne oder rote- Leute, die von der Materie überhaupt keine Ahnung haben, sich anmaßen, Entscheidungen nach Gutsherrenart zu fällen. Bar jeglicher Grundlage und jeglichen Fachverstandes.
    • Alle Waffenbesitzer unterliegen seit einigen Jahren der sogenannten verdachtsunabhängigen Kontrolle. JEDER Waffenbesitzer muss alle paar Jahre damit rechnen, dass ein paar Mitarbeiter der Behörde vor seiner Haustür stehen und Zugang verlangen, um sich davon zu überzeugen, ob und wie die Waffen und die Munition ordnungsgemäß aufbewahrt werden. Verweigert man den Zutritt, kann dies zum Verlust der Zuverlässigkeit führen. Und das bedeutet? Alle Waffen nebst Munition müssen abgegeben/ verkauft werden. Die waffenrechtliche Erlaubnis erlischt damit! Insofern unterwirft sich jeder Waffenbesitzer einem eingeschränkten Hausrecht.
    • Laut Statistik werden 95 Prozent aller Waffendelikte mit illegalen Waffen ausgeführt! Das heißt? Nicht die Sportschützen, Jäger und Waffensammler sind das Problem, sondern die illegal besorgten Waffen! Seitdem die Grenzen zum Osten weggefallen sind, ist nichts einfacher, als sich eine Schusswaffe zu besorgen, wie eingangs bereits angedeutet! HIER sollte der Gesetzgeber viel härter durchgreifen! Aber dafür haben wir kein Personal und es ist eben viel einfacher, legalen Waffenbesitzer zu gängeln, als sich ernsthaft um die illegalen Waffenbesitzer zu kümmern! (Die melden sich ja auch nicht freiwillig! Komisch, nicht?)
    • Pro Jahr sterben in Deutschland 20 -25 Menschen durch legale Waffen. Im Jahr 2017 waren es laut Bundeslagebild BKA exakt 6 Personen! In dieser Zahl sind auch alle Suizidfälle, sowie auch Behördenmitarbeiter, die mit ihrer Dienstwaffe Angehörige erschossen haben! Gibt es nicht? Oh doch! Wie wäre es mit einer kleinen Internet- Recherche? Also vielleicht sollte man die Kirche doch im Dorf lassen, oder? Denn:
    • An der Grippe starben in Deutschland 2017/18 25.000 Menschen = 0,15%!
    • Stand März 2021 gab es allein 72.189 Tote durch Corona in Deutschland!
    • 20.000 Menschen sterben jedes Jahr allein in Deutschland durch Krankenhauskeime!
    • 2018 hatten wir in Deutschland 3.275 Verkehrstote!
    • 4 Millionen Menschen sterben bei uns jedes Jahr an den Folgen von Adipositas!
    • 121.000 Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr an den Folgen des Rauchens! Frage: Sollte man die Prioritäten nicht vielleicht ein wenig anders setzen?!

    Bitte nicht falsch verstehen; JEDER, der durch Waffengebrauch sein Leben verloren hat, ist einer zu viel! Keine Frage. Und möglichst strenge Vorauswahl bei Menschen, die mit Schusswaffen Umgang haben wollen, halte ich für absolut notwendig, eingedenk dessen, was mittlerweile hier in Deutschland so alles auf zwei Beinen als geistige Zombies rumlaufen. Genauso wie ich ständige, wiederkehrende Kontrollen bei Waffenbesitzern für absolut gerechtfertigt halte.


    Aber gibt es denn im Moment wirklich nichts Wichtigeres – auch unter Berücksichtigung der gerade genannten Zahlen – womit man der Bevölkerung zeigen kann, was für ein überaus fähiger und durchsetzungsstarker Politiker man (oder frau) ist, als sich an den paar Jägern und Sportschützen abzuarbeiten? Stell Dir doch bitte einfach einmal vor, man würde die gleichen Maßstäbe an die Autobesitzer anlegen, wie ich eingangs schon einmal angesprochen habe! Jedes Auto stellt eine potentielle Waffe dar. Und schließlich sind – wie in dem Beispiel genannt – 2018 insgesamt 3.275 Menschen durch ein Auto ums Leben gekommen! Das ist im Schnitt das Hundertfache dessen, was durch Waffen ums Leben kommt! Sollten wir daher nicht besser die gefährlichen Autos verbieten? Und die, die unbedingt ein Auto haben müssen, müssten dann das Fahrzeug in einem Großraumtresor aufbewahren. Und jeder Fahrzeugbesitzer müsste sich regelmäßig alle 5 Jahre einer MPU unterziehen. Ich glaube, dann wäre der Aufschrei groß.


    Natürlich hinkt dieses Beispiel; jedes Beispiel hinkt irgendwo. Aber durch eine Übertreibung kommt der wahre Kern zum Vorschein.


    In meinen Augen versuchen hier Politiker mit Problemen fertig zu werden, die das Volk ohne die Politiker niemals gehabt hätte!


    Ist das typisch deutsch?

    • Suche der Schuldigen (Terroristen…)
    • Bestrafung der Unschuldigen (Gesetzestreue, steuerzahlende Sportschützen und Jäger)
    • Auszeichnung der Nichtbeteiligten (Haben wir das nicht toll gemacht?)

    Leider ist dies kein Einzelfall in der bundesdeutschen Politik. Manchmal denke ich: Könnte man Dummheit in Energie umwandeln, dann hätten wir in Berlin bereits eine Kernschmelze!


    Unabhängig von allen Argumenten: Die echten Waffen- und Jagdgegner lassen sich von Fakten ohnehin nicht überzeugen. Wenn man so seine eigene Realität zusammengezaubert hat, die dann auch noch von „Millionen“ anderen „Fachleuten“ unterstützt wird, ist doch wohl klar, wo die einzig wahre Wahrheit liegt, die es dann auch „bis zum letzten Blutstropfen“ und der völligen Aufgabe der geistigen Contenance zu verteidigen gilt!


    Ich glaube, heute geht es vielfach überhaupt nicht mehr darum, sich über ein Thema auszutauschen. Heute geht es nur noch darum, seine eigene Meinung – im trumpschen Sinne - durchzudrücken. Und alle, die eine andere Ansicht vertreten, sind keine Menschen, mit denen man diskutieren muss, sondern Feinde des eigenen, einzig wahren Glaubens! Und all diese Blindfische vergessen dabei, dass Glauben schlicht und ergreifend so viel heißt wie: Nicht zu wissen! Die Fähigkeit zu diskutieren ist uns auf breiter Front abhandengekommen!


    Ich habe mir früher in solchen Situationen immer vorgestellt, dass der Andere Recht hat! Und dann habe ich versucht herauszubekommen, wo ich den Fehler in meinen Überlegungen gemacht habe. Der wesentliche Unterschied zu den heutigen Besserwissern ist die Tatsache, seine eigene Meinung auch einmal in Frage zu stellen. Vor allem aber, die Meinung die die andere Person vertritt, zunächst einmal gelten zu lassen. Also nicht aus der Du- Perspektive (DU machst das falsch, DU hast keine Ahnung, DEINE Meinung ist falsch!) heraus zu diskutieren, sondern aus der Ich- Perspektive (ICH sehe das anders, weil… Aus meiner Sicht betrachtet… Ich denke, das wird schwierig werden, weil… Ich habe mich da sicher falsch ausgedrückt…)


    Der Unterschied: Ich respektiere die Meinung des anderen- und schildere meine Meinung und begründe auch damit, warum ich eine Sache anders sehe! Durch das Akzeptieren der Meinung des Anderen, bleibt die Gesprächsbereitschaft erhalten und ich eröffne mir die Möglichkeit, zu ergründen, worin der Unterschied zwischen unseren Meinungen besteht um dann darüber wie Erwachsene zu diskutieren, um idealerweise zu einer gemeinsamen Lösung, einem Konsens, zu gelangen.


    Zugegeben, dass ist eine Technik, die heute kaum noch jemand beherrscht. Wie auch, wenn ich meine Nase nicht mehr vom Bildschirm lösen kann! Du- Botschaften werden aus den gerade geschilderten Gründen auch gerne als „Killerphrasen“ bezeichnet: Sie zerstören jede Gesprächsbereitschaft. Es entsteht Frustration, die dann auch noch in Aggression umschlagen kann, wenn zur Frustration noch Ärger und Wut hinzukommen.


    Ach ja, alles altbekanntes Gelaber. Wen interessiert es heute noch? Heute ist es ja so schön, die verbale Fäkal- Sau herauszulassen um Fremde nach allen Regeln der „Kunst“ im Internet zu besudeln. In was für einer traurigen Welt von unzufriedenen, wutzerfressenen Egomanen und Soziopathen sind wir doch heute gezwungen sind, zu leben! Wenn ich den typischen Deutschen heute umschreiben sollte, dann würde ich sagen: Typisch deutsch ist heute, wenn ich eine Million im Lotto gewonnen habe- und anfange darüber rumzunörgeln, warum ausgerechnet ich nicht auch 50 Millionen gewonnen habe, wie schon so viele andere!


    Aber ich vertraue da ganz auf die Selbstreinigungskräfte der Erde! Noch immer ist es ihr gelungen, schädliche Ereignisse – und wenn es Millionen von Jahren gedauert hat – wieder auszugleichen. Ganz ehrlich? Ich bin davon überzeugt, dass die Menschheit es nicht verdient hat, noch ein Jahrtausend weiterzukommen! Das Anthropozän wird als Zeitspanne viel zu kurz sein, als das es Sinn machen würde, die Erdzeittabelle damit zu erweitern. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir uns letztlich all unserer Lebensgrundlagen berauben und/oder uns durch den Einsatz von Atomwaffen selbst ausrotten, ist nicht von der Hand zu weisen. Es gibt unter Wissenschaftlern sogar die Theorie, dass sich „Intelligenz“ nur dann entwickeln kann, wenn sich auch das aggressive Verhalten entwickelt. Und das könnte dann der Grund sein, warum es vielleicht schon viele, intelligente Lebewesen im All gegeben haben mag- aber letztlich keine einzige Rasse überlebte: Bei jeder intelligenten Spezies kommt irgendwann der Punkt, wo ebendiese Spezies friedlich und gemeinschaftsbetont wird, oder eben im Chaos versinkt, weil eben jede Intelligenz irgendwann an dem Punkt ankommt, wo sie die Wirkung der Kernspaltung entdeckt und ein Teil der Bevölkerung der allgemeinen Verblödung anheimfällt…


    Es mag wie gesagt vielleicht Leben auch auf anderen Planeten geben oder gegeben haben. Ich bin aber davon überzeugt, dass es kein intelligentes Leben gibt. Und da nehme ich die Erde nicht aus!


    Ob das mit der angeblichen Intelligenz von Mutter Natur wirklich eine so gute Idee war? Ich weiß es nicht. Aber so den einen oder anderern Prozentpunkt verteilt auf die deutschen Politiker; fände ich nicht schlecht und wäre sicher nicht unbedingt schädlich! :)

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