Geschrieben und veröffentlicht 2020.
Wie soll ich mir das vorstellen? Essen Sie mit Messer und Gabel?
(Lacht) Natürlich nicht. Beim Liebesspiel, bei dem Kot und Urin eine Rolle spielen, kommt es einfach vor, dass man Scheiße in den Mund nimmt und sie frisst. Das ist keine große Sache.
Wie können Sie den Geruch ertragen?
Es ist nicht so schlimm. Wenn man zum Beispiel XTC nimmt und dann diesen Trieben nachgibt, achtet man nicht darauf. Die Aufregung kommt vom Spielen mit Scheiße. Man spürt die Kacke auf der Haut, im Gesicht, an den Händen… Der Geruch ist irgendwie sekundär. Außerdem stinkt nicht jeder Kackehaufen. Und in Kombination mit diesem besonderen Moment kann der Geruch auch ganz schön anturnen, je nachdem halt.
Wie alt waren Sie, als Sie bemerkten, dass Kot Sie sexuell erregt?
Ich war Ende zwanzig, was anfangs sehr irritierend war, ich weigerte mich, es zu glauben. Aber nach und nach habe ich es schliesslich akzeptiert. Mit 36 schrieb ich meinen Bericht BEKENNTNISSE EINES SCHEISSEFREESSERS, was die richtige Entscheidung war. Es ist nicht richtig, eine Lüge zu leben oder seine eigenen harmlosen Gefühle nicht ausleben zu können. Damit verletzt man ja auch niemanden, oder?
Scat Selfies (von oben links, im Uhrzeigersinn) ©: 2016, 2017, 2009, 2017
Wenn irgendjemand in Ihr Badezimmer scheißen würde, würde Sie das erregen?
Nein, absolut nicht. Ich mag junge Hetero-Typen, kleine Kiffer und Skateboarder, die so um die 20 sind. Ihre Exkremente sind meine große Begierde, alles andere interessiert mich niicht. In der Vergangenheit haben mich einige von ihnen besucht und ihr braunes Gold hinterlassen. Einige haben mir sogar Fotos geschickt. Von anderen Leuten finde ich es ekelhaft, alleine der Gedanke daran. In diesem Sinne bin ich genau wie die meisten Menschen.
Von Anfang an haben Sie Fotos von sich selbst gemacht, die Sie mit Exkrementen in Verbindung brachten. Macht es Ihnen Spaß, sich so zu zeigen?
Auf jeden Fall! In den letzten 11 Jahren sind ziemlich viele Fotos gemacht worden. Die Fotos erregen mich sehr. Das bin einfach ich. Ich habe auch einige kurze Clips produziert, die zeigen, wie ich Scheiße fresse. Sie können sie irgendwo auf ThisVid anschauen. Meine eigenen Lieblingsfotos sind die, auf denen ich mich mit Kacke präsentiere. Das ist mein wahres Ich. Der König der verdammten Jungskacke, weißt du!
Sind Sie immer auf Drogen, wenn Sie sich Ihrem Fetisch hingeben?
Nein, das ist keine zwingende Voraussetzung. Aber Amphetamin zum Beispiel ist bekanntlich eine zusätzliche Stimulation, die zu einem größeren Lustgewinn führt. Mit Scheiße zu spielen, mit der eigenen oder der von einem jungen Typen, ist selbst wie eine Art Droge. Diese völlige Hingabe ist Rausch genug, es kann auch ohne Drogen geschehen. Aber ich fröne meinem Fetisch mittlerweile nur noch vier oder fünf Mal im Jahr. Ich fürchte, dass das Besondere verloren geht, wenn ich meine grosse Leidenschaft öfter zulasse.
Was sagen Ihre Freunde oder Ihre Familie dazu, dass Sie so offen darüber sprechen?
Sie akzeptieren es. Glaube ich. Aber Sie sprechen jetzt nicht darüber, es ist eine private Angelegenheit, und es ist kein geeignetes Thema, wenn Sie bei Kaffee und Kuchen zusammen vereint an einem Tisch sitzen. Ich habe auch kein Problem damit, wenn meine Kollegen davon wissen. Ich bin immer absolut keimfrei und sauber, wenn ich das Haus verlasse. So auch Zuhause. Naja, fast immer (lacht).
Wann wirst Du fetischmäßig so richtig scharf? Passiert das oft? Jeden Tag?
Nein, das nicht. Aber natürlich denke ich viel darüber nach. Oder wenn ich einen süßen Jungen in der U-Bahn sehe, stelle ich mir gerne vor, wie es wäre, seine Körperausscheidungen zu genießen. Jungen sind einfach göttlich. Ihre Scheiße ist mir heilig. An Jungs kann man sehen, dass Gott ab und zu auch mal gute Tage hat. Ihre Exkremente kann man in Gold nicht aufwiegen. Ich möchte auch zu gerne mal ein völlig unterwürfiger Sklave für einen jungen, harten Boy sein, der mich blutig peitscht.
Warum sind Sie 2015 damit an die Öffentlichkeit gegangen?
Ich hatte das Gefühl, oder besser gesagt, ich wusste einfach, dass es herauskommen musste! Es war eine Herzensangelegenheit für mich, darüber in meinem verdammten Namen und nicht anonym zu schreiben und darüber zu berichten. Seitdem habe ich Dutzende von Mails und Nachrichten von anderen Schwulen erhalten, die die gleichen Wünsche haben, sich aber nicht trauen, damit an die Öffentlichkeit zu gehen. weil sie Angst haben, dass ihre Familie oder Freunde oder Chefs es herausfinden. Ich kann ihre Ängste verstehen, ich selbst hatte sie sechs Jahre lang. Es würde mich nicht wundern, wenn der eine oder andere von ihnen aus Verzweiflung deswegen Selbstmord begeht – das kann ich völlig verstehen. Aber man lebt nur dieses eine Mal, und wenn es sich richtig anfühlt, muss man einfach damit herauskommen. Oh, und seitdem habe ich auch nicht mehr gesoffen! Ich weiß nicht, ob da ein Zusammenhang besteht oder nicht. Ich habe es erst später bemerkt.
Wie schmeckt eigentlich Scheiße?
Es hat eine leicht bittere Note. Wenn Sie Kaffee und dunkle Schokolade mögen, würden Sie auch gerne Scheiße essen, kein Witz! Der Geschmack hat nun nichts mit dem manchmal strengen Geruch zu tun. Versuchen Sie sie einfach, Mann, Sie werden nicht daran sterben. Und wenn doch, dann ist es ausschließlich Ihre Sache.