(weibliche) Untreue

  • Beim Schreiben der letzten Beiträge bzw. meines Profiltextes fiel mir auf, dass ich in Beziehungen nicht gerade das war, was man treu nennt.


    Es war nicht so, dass ich mit jedem in die Kiste sprang, der mir über den Weg lief.

    Ich habe versucht treu zu sein, aber wenn nach einigen Jahren das Sexualleben eingeschlafen war oder es sonst Probleme in der Beziehung gab, dann ist mir das passiert, dass ich andere Männer kennengelernt habe, die mich fasziniert haben, von denen ich mich begehrt gefühlt habe und mit denen ich auch letztendlich meine Partner betrogen habe.


    Dennoch vermittelt einem jede zweite Frauenzeitschrift, das Fernsehen und selbst die Gespräche unter Frauen, dass es die Männer sind, die ständig fremdgehen.


    Irgendwas passt da für mich nicht so ganz zusammen, denn wenn so soviele Männer fremdgehen, dann muss es ja auch genug Frauen geben, die mit diesen untreuen Männern ins Bett gehen. Wenn ich mir dann noch die Zahlen vor Augen halte, dass 5-8% der Kinder Kuckuckskinder sind und nicht vom angegeben Kindsvater gezeugt wurden- was ja offensichtlich darauf hinweist, dass eine Frau im Zeugungszeitraum nicht nur einen Sexualpartner hatte, dann muss man sehr daran zweifeln, dass Untreue ein männliches Problem ist.


    Damit ich nicht falsch verstanden werde: Ich halte viel von Treue und es freut mich, wenn Paare völlig monogam und glücklich miteinander leben. Ich frage mich nur, ob es das wirklich ist. In der heutigen Zeit, in der Frauen ihr eigenes Geld verdienen und nicht jede Beziehung auf Kinderkriegen aus ist, da ändern sich vielleicht auch diese Steinzeit-Verhaltensweisen von wegen: der Mann ist der Starke (verstreut seine Gene möglichst breit) und versorgt die Familie und die Frau sitzt zu Hause und kümmert sich um Herd und Kinder.


    Mir scheint, dass sich da was ändert und die Emanzipation nicht spurlos an uns vorüberzieht. Niemand möchte in einer Beziehung betrogen werden, das ist verletzend und ein Vertrauensbruch, zu dem aber sowohl Männer als auch Frauen fähig sind.

    Vielleicht sollte man auch einfach einen anderen Begriff von Treue entwickeln.


    Meine letzte Beziehung, in der Sexualität auch mit anderen erlaubt war- also in einem abgesprochenen Rahmen, sei es Swingerclub, mit meinem Fickfreund oder durch andere Absprachen, war jedenfalls von den drei ernsten Beziehungen, die ich hatte, die erste, die nicht durch meine sexuelle Untreue in die Brüche ging.


    Aber vielleicht bin ich auch einfach von meiner Art her nicht die Frau für monogame Beziehungen und falle grundsätzlich aus der Reihe, weil Sex für mich eine große Rolle spielt.


    Liebe Grüße Maya

  • Liebe Maya, du gehörst zu den ehrlichen Menschen, das ist dir hoch anzurechnen.

    Ich selbst bin froh mittlerweile in einem Alter zu sein wo man das alles ruhiger angehn lässt, ist zumindest bei mir so ;-)
    Ich bin überzeugter Monogamist, und würde nichtmal um den Fetisch auszuleben eine Partnerin betrügen. Wenn sie das nicht tun möchte, dann bleibt das eben Kopfkino. Ich habe meine Kavirerfahrungen ja auch schon gemacht und weiss dass mir das gefällt. Aber Vertrauen und Sicherheit innnerhalb einer Beziehung sind mir mehr wert.
    Untreue gibt es schon seit es uns Menschen gibt. Und das waren schon immer beide Geschlechter. Da gibt sich keiner was.

    Soll jeder selbst für sich entscheiden welchen weg er /Sie wählt um glücklich zu werden. Ich kann es nicht ertragen wenn meine Partnerin mir fremdgeht, also tu ich das auch nicht.
    Hab das schon erlebt, und mittlerweile verzeihe ich das nicht mehr, hatte das mal gemacht, mit dem Ergebnis, das Sie das dann nur noch doller gemacht hat,. Ich beende sowas mittlerweile sofort. Dann gehts mir alleine besser, als immer mit einem Misstrauen meiner Partnerin gegenüber leben zu müssen. Das ist dann nicht mehr schön.
    Und Freundschaft plus? Kenne ich so nicht. Habe einige Freundinnen mit denen ich schon immer vieles unternommen htte, aber davon hab ich dann immer abstand gehalten. Aber die Welt verändert sich eben, und heutzutage ist das scheinbar okay ;-) Aber ich fang damit nicht mehr an. Entweder ne richtige Beziehung, oder ne Freundschaft. SO freiheitsliebend, das ich immer tun können muss was ich will bin ich nicht. Zumindest nicht solange es mir gut geht so wie es ist ;-)

    Die Emanzipation ist ja auch richtig und gut. Aber ich glaube das es das Treueverhalten nicht unbedingt verändert hat. Frauen haben auch früher schon ihre Männer betrogen. Und umgekehrt. Nur heute gehn die Frauen selbstbewusster damit um , und verstecken das nicht mehr so. Sie leben das nun offener aus. Jedem das seine. Mir reicht eine ;-) Muss sie dann nur noch finden ;-)


    LG Eddie

  • die Fremdgehquote ist nicht nur bei Männern, sondern auch bei Frauen sehr hoch, das zeigen viele Studien mit freiwilligen Angaben, wobei die Dunkelziffer noch viel höher ist.

    Die Medien und Filmindustrie vermitteln gerne das Klischee untreuer Männer, die nur eines im Kopf haben und braver Frauen, die sich nur nach Stabilität sehnen.

    Die Realität sieht völlig anders aus. In jedem gibt es verschiedene Handlungsmotive, die letzlich die Aktionen steuern. Ein biologisches Motiv bei Männern ist, seinen Samen an möglichst viele Fauen zu verteilen, ein Motiv bei Frauen ist, den besten Sperma zu erhalten.

    Und es gibt noch weitere Motive für häufigen Partnerwechsel, die alle mit moralischen und auch mit anderen Motiven konkurrieren.


    LG

  • Ach, dieser Begriff der unbedingten und absoluten Treue (möglichst bis zum Lebensende) wird doch absolut überstrapaziert.

    Wir sind alle nur Menschen mit Bedürfnissen und Begierden, von dem sich niemand freisprechen kann, das er nicht mal diesen erliegt.

    Und dieses Bild der braven und tugendhaften Frau, die sich nur für Mann, Kinder und Haushalt aufopfert, ist doch absolut veraltet.

    Aber das ist mal wieder ein schönes Beispiel dafür, wie sich die Knute der Kirche und ihre verqueren Gedanken sogar bis in das heimische Schlafzimmer schleicht.

    Das heißt ja nun auch nicht, das jetzt alle wild miteinander rumvögeln sollen......aber wenn sowas in einer Beziehung passiert, sollte das allein kein Grund für eine Trennung oder Dramen sein.

    Ein Partner GEHÖRT einem eben nicht.....man teilt sein Leben mit diesem Menschen, weil man viele gemeinsame Komponenten hat und sich liebt.

    .......und im Idealfall genügt man sich auf lange Zeit gegenseitig!

  • es ist immer wieder verwunderlich ist, dass Treue derart hochgehalten wird, als sei sie etwas tiefes, das sich erst in einer festen Beziehung ergibt. Dabei lässt sich Sexualität problemlos mit Unbekannten teilen, auch ohne tiefe Liebesgefühle.

    Dagegen gibt es viel intimeres und persönlicheres, z.B. Zärtlichkeiten, tiefe Ängste, usw, das man nur mit ganz wenigen Pesonen teilt, das hätte daher einen viel verbinderen und persönlicheren Charkakter.


    Sexualität scheint der Kit einer Beziehung zu sein. Treue wird vieleicht deshalb so hoch gehalten, weil man um die Verführung durch andere weiss und durch Treueversprechen die Stärke der Moral und Charakter des Partners testen will, um dadurch ein Maß für dessen Verlässlichkeit zu bekommen. Vertrauen muss man sich erst verdienen, ohne eine Erfahrung als Basis ist Vertrauen bloß ein Wunschdenken.


    so long